Achtsamkeit im Advent



Es ist Advent.

Eine Zeit des Wartens, des Ankommens und des unterwegs seins.

Eine Zeit, die uns einladen möchte, feinfühlig zu werden,

bei uns selber anzukommen,

wahrzunehmen was ist,

was leben möchte,

unsren Erwartungen nachzugehen,

Sehnsüchten nachzuspüren,

Achtsamkeit zu entfalten -

adventlich zu werden.


Es ist eine Zeit im Lichterglanz der Kerzen zu sitzen.


Einfach nur sein zu dürfen.

Und unser Leben vom Schein und der Wärme des Lichtes erhellen und erwärmen zu lassen.

Treten wir hinaus - mit all unseren Sehnsüchten, Träumen, Visionen -

und machen uns zusammen mit Maria und Josef auf den Weg.

Auf den Weg nach Bethlehem.

Auf den Weg zum Licht.

Machen wir uns auf den Weg.


Auf den Weg - über 24 Sterne - hin zu dem Kind.


Das kleine Adventsgärtlein will uns einladen, voll Zuversicht und Hoffnung durch diese Zeit zu gehen.

Es will ein Ankerpunkt für Besinnung sein - auch in dieser unruhigen und unsicheren Zeit.


Jeden Tag gehen wir einen Stern weiter.

Jeden Tag dürfen wir uns geborgen und behütet fühlen.


Hier - im Schein der Kerzen - dürfen wir den vergangenen Tag vertiefen, Schönem dankbar nachspüren, Schwierigem nicht ausweichen, beides loslassen, leer werden, einfach sein dürfen.



"Ich trage Ruhe in mir,

Ich trage in mir selbst

Die Kräfte, die mich stärken.

Ich will mich erfüllen

Mit dieser Kräfte Wärme,

Ich will mich durchdringen

Mit meines Willens Macht.

Und fühlen will ich

Wie Ruhe sich ergießt

Durch all mein Sein

Wenn ich mich stärke,

Die Ruhe als Kraft

In mir zu finden

Durch meines Strebens Macht."


Rudolf Steiner, GA 268, 1999, S.179


Wir wollen uns in dieser Zeit mehr Zeit gönnen für uns selbst, um neue Kräfte zu schöpfen, uns neu zu orientieren, uns leiten zu lassen von dem, was für uns wesentlich ist.

Wir wollen weiter schreiten, wie es uns entspricht, in der Hoffnung, dass wir immer mehr werden, was wir letztlich sein können.



Wir wollen wieder trotz Dunklem das Helle sehen,

trotz Trauer an das Schöne glauben,

trotz Zweifeln die Hoffnung nicht verlieren,

trotz Misserfolgen neue Wege suchen,

trotz Fehlern Schritte wagen,

trotz Enttäuschungen mutig bleiben,

trotz Missgunst die Hand anbieten,

trotz Streitigkeiten für den Frieden einstehen und

trotz aller Rückschläge an Wunder glauben.

Wir wollen wieder sehen, was dem Leben Sinn gibt. Wieder hören, was unsere Seelen nährt. Wieder spüren, was letztlich wichtig ist. Wieder aufstehen und unseren Weg gehen.


Steht auf, im Licht und der Wärme der Kerzen des Advents und spürt die Kraft, die Hoffnung und die Ruhe, die diese Zeit uns allen schenken will.



Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete Adventszeit.


Herzlichst, Ihre Julia Ring.