Neue Wege


Die letzten beiden Tage durfte ich während eines Inhouse-Seminars wieder 11 wunderbare pädagogische Fachkräfte auf ihrem Weg zu einer bedürfnisorientierten und verständnisvolleren Begegnung mit ihren Kindern im Kita-Alltag begleiten.


Heute sitze ich hier im Garten - lass die vergangenen Tage Revue passieren und bin beseelt und dankbar, dass ich meine Begeisterung über die Art und Weise wie wir Kindern begegnen sollten, damit sie sich wirklich und wahrhaftig in ihrem GANZEN wahren Wesen gesehen und erkannt fühlen, mit anderen teilen darf.


Es hat sich wieder gezeigt, dass wir neue Wege einschlagen dürfen.


Neue Wege, auf denen sich das Kind wahrgenommen fühlt, als das, was es WIRKLICH ist - und nicht als das, was wir in ihm sehen möchten.


Wir dürfen wegkommen von unserer Vorstellung, wie Entwicklung zu laufen hat - wann was passieren sollte - was gut oder nicht gut ist.


Wir dürfen wegkommen von all den Normen, die uns und unser Handeln einschränken und unsere Kinder erstarren lassen.


Wir dürfen wegkommen von all unseren bewussten und auch unbewussten Erwartungen, die wir ununterbrochen an uns und unsere Kinder stellen.


Wir dürfen wegkommen von all dem Druck, dem wir uns selbst aussetzen und durch den wir unsere Kinder ständig in die Überforderung führen.


Kindliche Entwicklung ist nicht normativ, sondern verläuft dynamisch und individuell.

Kinder sind nicht hier auf der Welt, um unsere Erwartungen zu erfüllen oder unsere Bedürfnisse zu stillen.

Kinder wollen uns mit ihrem Verhalten immer etwas mitteilen - was wir liebevoll erkennen dürfen. Kinder handeln nie gegen uns - sondern IMMER nur FÜR SICH.


Wir dürfen erkennen und verstehen, dass jede Handlung, jedes Verhalten von Kindern niemals da ist oder gezeigt wird, um uns zu fordern oder uns herauszufordern, sondern IMMER um uns aufzufordern ihnen in ihrer Not zu helfen - genau hinzuschauen und ganz ins Verstehen hineinzugehen.


Das Kind teilt uns mit, dass es in Not ist, dass es Hilfe und Unterstützung von uns braucht.

Erst, wenn wir Kinder annehmen und ganz ins Verstehen und Verständnis hinein gehen, können wir auch etwas in der Art der Begegnung und des Miteinanders verändern und bewegen - können wir wieder handlungsfähig werden - können wir erkennen, dass es nicht das Kind ist, das uns fordert, sondern die Lage des Kindes, in der es sich gefangen fühlt.


Die letzten beiden Tage durfte sich so vieles zeigen, so vieles wurde erkannt, wunderbare Gespräche wurden geführt, und ich durfte schöne Begegnungen erleben und begleiten.


Gemeinsam haben wir einen Rahmen geschaffen, in dem eine neue Art des Mit- und Füreinanders möglich werden kann - für das Kind - aber auch für die pädagogischen Fachkräfte.


Ich wünsche Dir verständnisvolle, friedvolle und achtsame Begegnungen mit Deinem Kind und auch mit Dir selbst!


Ganz herzliche und beseelte Sonntagsgrüße Deine Julia


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