Verantwortungsgefühl


„Tinas Eltern haben sich getrennt. Nun sitzt sie alleine in ihrem Zimmer. Sie fühlt sich wie erstarrt. Traut sich kaum zu atmen. Sie hört die Mutter unten in der Küche sitzen und weinen. Als Tina am Wochenende bei ihrem Vater war, hat sie ihn auch weinen hören - nachts, als der Mond riesig zu ihrem Fenster herein gestrahlt hat. Sie weiß nicht, was sie tun soll. Dieses schlimme, schwere Gefühl in ihrem Körper wird jeden Tag größer und stärker. Es gibt keinen Ort mehr in ihr, an dem sie es nicht spüren kann. Es gibt keine Tageszeit, an dem sie nicht Angst hat daran zu ersticken.“


Durch die vollkommene Schutzlosigkeit und Offenheit, mit der alle Kinder auf diese Erde kommen, sind sie durch und durch mit den Menschen, die sie umgeben, verbunden.


Diese große, alles durchdringende und intensive Verbundenheit führt dazu, dass alles, was wir erleben, auch unsere Kinder erleben.


Kinder sind so feinfühlend und wahrnehmend, dass sie unsere innere Gestimmtheit miterleben können. Sie erleben unsere Freude, sie erleben unsere Liebe, aber sie erleben auch unsere Unsicherheit, unser schlechtes Gewissen, unsere Überforderung und unseren Schmerz - einfach alles, was wir mit uns herumtragen und was in uns ist und lebt.


Unsere Kinder erleben diese Dinge nicht nur mit - sondern sie verbinden sich regelrecht damit.


Das führt dazu, dass unsere Kinder unsere Belastungen, unseren Schmerz und unsere Themen auf sich selbst projizieren.

Sie machen unsere Gefühle zu den ihren und machen sich verantwortlich dafür.

Alles Erlebte, alles was im Außen ist, beziehen sie auf sich selbst und auf ihr Handeln.

Sie übernehmen die Verantwortung für unsere Gefühle, für das was wir erleben, für das, was uns gerade im Moment überfordert.


Sie tun dies, um mit uns in Kontakt zu bleiben, um uns nicht zu verlieren, um uns zu helfen.


Dieses tiefe Schuldgefühl, welches daraus entsteht, zeigt sich häufig in ihrem Verhalten als extreme Überforderung oder Angst.


Aus diesem Grund, müssen wir uns immer wieder bewusst machen, wie wichtig es ist, dass wir unsere Themen, unser Erleben, unsere Situation, in der wir uns im Moment befinden, nicht auf unsere Kinder übertragen - sie nicht in unsere Hilflosigkeit mit hineinziehen.


Es ist wichtig, dass wir uns um unsere Themen selbst kümmern. Dass wir uns um UNS selbst kümmern. Dass wir Hilfe annehmen, wenn wir merken, dass wir alleine nicht mehr zu uns finden können.

Unsere Kinder sind nicht dazu da, uns zu trösten, uns zu halten oder unsere Bedürfnisse zu erfüllen. Wir dürfen unseren Kindern in Situationen, in denen WIR überfordert sind - in denen wir die Verbindung zu uns verloren haben, ganz offen und direkt mitteilen: „Du bist nicht schuld. Ich, der Erwachsene, übernehme die Verantwortung. Das, was ich erlebe, die Trauer, die Überforderung - das sind MEINE Gefühle.“


Schenken wir unseren Kindern eine Kindheit, in der sie erleben dürfen, dass da jemand ist, der ihnen Sicherheit, Orientierung und wahrhaftige, liebevolle Verbindung schenken kann. Dass da einer ist, der offen und direkt Verantwortung übernimmt. Dass da einer ist, in dessen Gegenwart sie Kind sein und bleiben dürfen.

Wenn Du Dich hier wiederfindest, Du dich in einer belastenden Situation befindest, Du Dich überforderst und gelähmt fühlst oder Du den Kontakt zu Dir - und auch zu Deinem Kind - zu verlieren scheinst, dann begleite ich Dich so gerne auf Deinem Weg in Deine Kraft, in die Verbindung zu Dir selbst - damit ein neues Ich und Wir sich zeigen und leben darf.

Fühl Dich umarmt

Deine Julia.

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